Kosten

PRIVATE KRANKENVERSICHERUNG (PKV)

Ein Großteil der privaten Krankenversicherer erkennen Leistungen von Psychologischen Psychotherapeuten die eine Zulassung besitzen oder aufgrund einer Approbation und eines Fachkundenachweises über einen sog. Arztregistereintrag (SGB V, §95c) verfügen, als erstattungsfähig an.

Klären Sie bitte, VOR Beginn der therapeutischen Behandlung folgende Fragen (z.B. mit ihrem Sachbearbeiter):

  • Beinhaltet ihr Tarif psychotherapeutische Leistungen? In welcher Höhe werden diese Leistungen übernommen? (vielleicht nur anteilig?) Gibt es eine jährliche Maximalleistungszahl?
  • Wird ein psychologischer Psychotherapeut (im Gegensatz zum ärztlichen Psychotherapeuten) als Behandler anerkannt?
  • Wie gestaltet sich das Antragsverfahren? Brauchen Sie z.B. einen sogenannten Konsiliarbericht Ihres behandelnden Arztes?
  • Bezuschusst Ihre Beihilfe die Therapie?

Die Vergütung für psychotherapeutische und diagnostische Leistungen richtet sich für Privatversicherte nach der GOP. Für eine 50-minütige verhaltenstherapeutische Einzelsitzung ist in der Regel der 2,3-fache Satz (nach aktuellem Stand der GOP 100,55 €) üblich.

Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Da wir keine Kassenzulassung besitzen, arbeiten wir mit Kassenpatienten im sogenannten:

Kostenerstattungsverfahren

Nach §13 (3) des SGB V ist Ihre gesetzliche Krankenkasse verpflichtet, die Kosten für eine ambulante Psychotherapie zu erstatten, wenn die Behandlung sonst nicht rechtzeitig und nicht in zumutbarer Entfernung möglich ist. Grundsätzlich kann die Kasse von ihren Versicherten verlangen, sich ausschließlich von Psychotherapeuten behandeln zu lassen, die eine Kassenzulassung (durch die Kassenärztliche Vereinigung, KV) haben. Nur wenn dies nachweislich nicht möglich ist, kann sich der Versicherte auch an Psychotherapeuten in Privatpraxen (wie unsere) wenden.

Im folgenden Ratgeber finden Sie weitere Informationen zum Kostenerstattungsverfahren: BPtK_Ratgeber_Kostenerstattung.pdf

Während unseres telefonischen Erstkontaktes werden wir Sie persönlich über alle notwendigen Schritte informieren. An dieser Stelle bieten wir Ihnen bereits eine kurze Übersicht, damit Sie wissen, was Sie erwartet. Bei dem gesamten Prozess unterstützen wir Sie und statten Sie, wenn gewünscht, per Email mit den notwendigen Formularen aus.

1. „Absageprotokoll/Wartelistenabfrage“

Zunächst müssen Sie Ihrer Krankenkasse nachweisen, dass Sie keinen Erfolg hatten, in zumutbarer Wartezeit und Entfernung vom Wohnort einen Therapieplatz bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten zu bekommen. Diese Zeit variiert und wird von den einzelnen Kassen mit wenigen Wochen bzw. bis zu 3 oder sogar im Einzelfall mit 6 Monaten für einen Erwachsenen angegeben.

Sie können sich entweder direkt eine Liste mit Therapeuten von Ihrer Krankenkasse schicken lassen, oder direkt im Telefonbuch Ihrer Stadt Psychotherapeuten anrufen. Wir empfehlen Ihnen diesbezüglich soviel Eigeninitiative wie möglich zu zeigen, bevor Sie sich an Ihre Krankenkasse wenden.

Auf dem Vordruck protokollieren Sie dann: Mit wem Sie, wann gesprochen haben und zu welchem Zeitpunkt eine Therapie (nicht nur das Erstgespräch!) möglich wäre (ggfs. ob der Therapeut überhaupt erreicht wurde, ob Sprechzeiten angegeben waren, ein Rückruf stattgefunden hat (sollten Sie darum gebeten haben) o.ä.).

Sie sollten bei mindestens 5 Therapeuten angerufen haben (mehr Anrufe können nie schaden).

An dieser Stelle können Sie bei Ihrer Krankenkasse nachfragen, ob diese grundsätzlich die Kostenerstattung übernimmt und bereits angeben, dass Sie sowohl den Mangel an freien Plätzen dokumentiert haben, als auch bereits eine Privatpraxis gefunden hätten, bei der Sie direkt mit der Therapie starten könnten.

In Einzelfällen kann es sein, dass Sie dennoch eine Liste mit Therapeuten geschickt bekommen, die Sie nachträglich noch abtelefonieren müssen.

2. „Notwendigkeitsbescheinigung und Konsiliarbericht“:

Diese beiden Formulare senden wir Ihnen zu. Einige Krankenkassen verlangen allerdings des Öfteren, dass der jeweilige Arzt einen (kurzen) individuellen Bericht zur dringenden Notwendigkeit der Psychotherapie verfasst. Im optimalen Fall ist dieser Arzt ein Facharzt (= Psychiater), manchmal genügt das Schreiben ihres Hausarztes. Die Notwendigkeitsbescheinigung wird bereits für die Beantragung von probatorischen Sitzungen (5 Sitzungen, in denen sich Patient und Therapeut etwas kennenlernen können) benötigt. Der Konsiliarbericht wird spätestens bei der Beantragung einer längerfristigen Therapie benötigt (nach den 5 probatorischen Sitzungen).

3. Formloser schriftlicher Antrag des Patienten und des Therapeuten auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse nach §13 Abs. 3 SGB V:

Zunächst wird um die Genehmigung der (5) probatorischen Sitzungen gebeten. Nach Ablauf dieser Sitzungen wird vom Therapeuten ein Antrag auf 25 oder 45 psychotherapeutische Sitzungen gestellt. Dieser Antrag auf Psychotherapie ist keine Besonderheit beim Kostenerstattungsverfahren, sondern wird auch bei der Beantragung einer Psychotherapie von zugelassenen Therapeuten eingefordert. Lehnt die Krankenkasse den Antrag ab, besteht die Möglichkeit schriftlich Widerspruch einzulegen. Auch hier erhalten Sie bei Bedarf Vordrucke und weitere Unterstützung bei der Formulierung.

4. Nachweise der Qualifikation des Therapeuten

Von unserer Seite werden Bescheinigungen über unsere vorliegenden Qualifikationen (Approbation als psychologische Psychotherapeutinnen, sowie Fachkundenachweis „Verhaltenstherapie“ und der Eintrag im Arztregister) bei Ihrer Krankenkasse eingereicht.
Sie können uns entweder Ihre gesammelten Daten/Formulare zukommen lassen und wir senden dann einen kompletten Umschlag mit allen notwendigen Unterlagen zusammen an Ihre Krankenkasse, oder Sie entscheiden sich dazu, dass die Unterlagen getrennt an Ihre Krankenkasse versendet werden.

5. Abrechnung

Ist der Antrag durch Ihre Krankenkasse bewilligt und die Erstattung der Behandlungskosten zugesichert, werden die psychotherapeutischen Leistungen direkt mit Ihnen abgerechnet. Die Kosten richten sich dabei nach den von der Kasse bewilligten Beträgen. Möchten Sie nicht in Vorlage treten und sich die Kosten im Nachhinein von Ihrer Krankenkasse überweisen lassen, können Sie auch direkt eine Abtretungserklärung unterschreiben (Vordruck stellen wir zur Verfügung), so dass wir direkt mit Ihrer Krankenkasse abrechnen können.

Beihilfe

Die Beihilfestellen übernehmen in der Regel die Kosten für eine ambulante Psychotherapie. Es ist ratsam, vor Aufnahme der Therapie die Übernahmemodalitäten mit Ihrer zuständigen Beihilfestelle zu klären.

Selbstzahler

Natürlich können Sie sich auch entscheiden, die Kosten der Therapiesitzungen selbst zu tragen und müssen keinerlei Formalitäten durchlaufen. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).

Berufsgenossenschaft

Sollte der Therapiegrund in den Zuständigkeitsbereich der Berufsgenossenschaft oder der gesetzlichen Unfallversicherung fallen, so übernehmen diese die Therapiekosten.

Coaching

Grundlage der Abrechnung stellt ebenfalls die Gebührenordnung für Psychotherapeuten dar und ist vom Umfang des Einzelcoachings abhängig.